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Altes Zuhau­se ver­kauft, Neu­bau noch nicht fer­tig – was nun?

Nicht nur durch die aktu­el­le Roh­stoff­knapp­heit kommt es zum Schre­cken vie­ler Bau­herrn immer wie­der zu Ver­zö­ge­run­gen beim Haus­bau. Doch was tun, wenn die alte Immo­bi­lie bereits ver­kauft und die neue zum fest­ge­setz­ten Ter­min nicht bezugs­fer­tig ist?

Je nach Situa­ti­on gibt es unter­schied­li­che Mög­lich­kei­ten, damit umzu­ge­hen. Im Ide­al­fall lesen Sie die­sen Arti­kel, bevor Sie den Kauf­ver­trag für Ihre alte Immo­bi­lie unter­zeich­nen. Dann ste­hen Ihnen noch meh­re­re Optio­nen offen.

Befürch­ten Sie, dass Ihr neu­es Haus nicht recht­zei­tig fer­tig­ge­stellt wird oder möch­ten Sie Ihre alte Immo­bi­lie ver­kau­fen, bevor Sie eigent­lich pla­nen aus­zu­zie­hen, dann kön­nen Sie sich mit den neu­en Besit­zern eini­gen und sich im Kauf­ver­trag ein zeit­lich begrenz­tes Wohn­recht gewäh­ren las­sen. Damit Sie bei den ver­trag­li­chen Details auf der recht­lich siche­ren Sei­te sind und der Kauf­ver­trag auch die Prü­fung durch den Notar besteht, soll­ten Sie sich von uns bera­ten lassen.

Zwi­schen­miet­ver­trag

Anstatt eines Wohn­rechts kön­nen Sie sich auch mit den neu­en Besit­zern auf einen Zwi­schen­miet­ver­trag eini­gen. Da die­ser vom Kauf­ver­trag unab­hän­gig ist, kann er auch abge­schlos­sen wer­den, nach­dem der Kauf­ver­trag unter­schrie­ben wur­de. In einem sol­chen Fall sind Sie aber nicht nur in einer schlech­te­ren Ver­hand­lungs­po­si­ti­on, son­dern auch von den Plä­nen des neu­en Besit­zers abhän­gig. Denn wenn Sie kurz­fris­tig doch län­ger in Ihrer alten Immo­bi­lie blei­ben müs­sen, hat der neue Eigen­tü­mer wahr­schein­lich schon eige­ne Umzugs­plä­ne geschmiedet.

Wer ist der Bauherr?

Wenn Sie kurz­fris­tig vor dem Pro­blem ste­hen, dass Ihr Neu­bau nicht recht­zei­tig fer­tig wird, kommt es dar­auf an, ob Sie selbst Bau­herr sind, oder ob Sie ein geplan­tes Objekt bei einem Bau­trä­ger erwor­ben haben. Wenn Sie der Bau­herr sind, tra­gen Sie in der Regel die Ver­ant­wor­tung – auch für die Ver­zö­ge­rung – und müs­sen sich selbst um eine Zwi­schen­un­ter­kunft kümmern.
Haben Sie dage­gen eine Eigen­tums­woh­nung gekauft, die Teil eines grö­ße­ren Bau­pro­jek­tes ist, haf­tet in der Regel der Bau­trä­ger für die Ver­zö­ge­rung. Aller­dings ist hier Vor­aus­set­zung, dass ein genau­es Ein­zugs­da­tum im Kauf­ver­trag ver­ein­bart wur­de. Ist die Woh­nung zum fest­ge­leg­ten Ter­min nicht fer­tig, muss der Bau­trä­ger Ihnen ent­we­der eine gleich­wer­ti­ge Zwi­schen­un­ter­kunft zur Ver­fü­gung stel­len oder Ihnen eine Ent­schä­di­gung zahlen.

Ent­schä­di­gung

Die­se Ent­schä­di­gung ent­spricht in der Regel einer Ver­gleichs­mie­te für den Zeit­raum, in dem Sie nicht in Ihr neu­es Zuhau­se ein­zie­hen konn­ten. Dar­über hin­aus müs­sen die Kos­ten für eine nicht ver­gleich­ba­re Zwi­schen­un­ter­kunft (zum Bei­spiel eine deut­lich klei­ne­re Woh­nung) oder ein Hotel­zim­mer über­nom­men wer­den. Eben­so müs­sen wei­te­re anfal­len­de Kos­ten, die durch die Ver­zö­ge­rung ent­ste­hen vom Bau­trä­ger über­nom­men wer­den. Wel­che Kos­ten hier zusätz­lich anfal­len, ist vom Ein­zel­fall abhän­gig. Typi­sche Bei­spie­le sind Mak­ler­kos­ten für die Beschaf­fung einer Zwi­schen­un­ter­kunft und die Kos­ten für den zusätz­li­chen Umzug.

Sie wol­len Ihr Haus ver­kau­fen und für den Fall der Fäl­le gewapp­net sein? Kon­tak­tie­ren Sie uns! Wir bera­ten Sie gerne.

Nicht fün­dig gewor­den? Hier fin­den Sie wei­te­re Informationen:
https://www.juraforum.de/lexikon/bezugsfertig
https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/foerderprogramme/foerderung-fuers-eigenheim-energieeffizient-sicher-barrierefrei-43745

Hin­wei­se
In die­sem Text wird aus Grün­den der bes­se­ren Les­bar­keit das gene­ri­sche Mas­ku­li­num ver­wen­det. Weib­li­che und ander­wei­ti­ge Geschlech­ter­iden­ti­tä­ten wer­den dabei aus­drück­lich mit­ge­meint, soweit es für die Aus­sa­ge erfor­der­lich ist.

Recht­li­cher Hin­weis: Die­ser Bei­trag stellt kei­ne Steu­er- oder Rechts­be­ra­tung im Ein­zel­fall dar. Bit­te las­sen Sie die Sach­ver­hal­te in Ihrem kon­kre­ten Ein­zel­fall von einem Rechts­an­walt und/oder Steu­er­be­ra­ter klären.

Foto: © Man­fred Antra­ni­as Zimmer/Pixabay.com