Kategorien
Aktuelles

Immo­bi­lie in der Schei­dung – Das sind Ihre Möglichkeiten

Wenn Paa­re sich schei­den las­sen und eine gemein­sa­me Immo­bi­lie besit­zen, stellt sich die gro­ße Fra­ge: Was pas­siert jetzt damit? Die Ant­wort ist nicht immer ein­fach und hängt von vie­len Fak­to­ren ab. Hat das Paar Kin­der, möch­te ein Part­ner in der Immo­bi­lie woh­nen blei­ben und zu wel­chen Antei­len gehört die Immo­bi­lie wel­chem Partner?

Um eine Über­sicht aller Mög­lich­kei­ten zu geben, gehen wir der Ein­fach­heit hal­ber von einem Schei­dungs­fall aus, in dem das Paar das Haus gemein­sam gekauft hat und es bei­den zu glei­chen Tei­len gehört. Nen­nen wir die­ses Paar Herr und Frau Mei­er. Die bei­den haben kei­nen Ehe­ver­trag geschlos­sen und wie die meis­ten Paa­re nicht mit einer Schei­dung gerech­net. Außer­dem haben sie zwei Kin­der, die nach der Tren­nung bei Frau Mei­er woh­nen wer­den. Nur wo – das ist hier die Fra­ge. Denn das Paar ist sich nicht sicher, was mit dem Haus gesche­hen soll. Ein Immo­bi­li­en­ex­per­te nennt ihnen die fol­gen­den Optionen:

Frau Mei­er bleibt mit den Kin­dern in der Immo­bi­lie woh­nen. Die­se gehört wei­ter­hin beiden.

Die bei­den eini­gen sich dar­über, ob Frau Mei­er an Herrn Mei­er Mie­te zah­len muss, ob sie ohne wei­te­re Zah­lun­gen im Haus woh­nen blei­ben kann oder ob die Miet­zah­lun­gen gege­be­nen­falls mit den Kos­ten für die Hypo­thek des Hau­ses oder den Unter­halts­kos­ten ver­rech­net wer­den kön­nen. Damit kei­ner der Part­ner benach­tei­ligt wird, bie­tet es sich auch hier an, sich recht­li­che Unter­stüt­zung zu suchen.

Frau Mei­er bleibt mit den Kin­dern in der Immo­bi­lie und zahlt Herrn Mei­er aus.

Wenn Frau Mei­er mit den Kin­dern im Haus woh­nen blei­ben möch­te, kann sie alter­na­tiv auch ihren Noch-Ehe­mann bei der Schei­dung aus­zah­len. Dafür wird der Immo­bi­li­en­wert mit der Rest­schuld, also den Hypo­the­ken und Kre­di­ten, die noch abbe­zahlt wer­den müs­sen, ver­rech­net. Im Fall der Mei­ers ist das Haus 300.000 Euro wert, die bei­den haben das Haus vor 10 Jah­ren gekauft und müs­sen noch 200.000 Euro abbe­zah­len. Die­se 200.000 Euro wür­den in Zukunft allei­ne von Frau Mei­er gezahlt. Da 100.000 Euro des Hau­ses bereits abbe­zahlt sind, muss sie außer­dem 50.000 Euro an Herrn Mei­er zah­len. Die­se Mög­lich­keit ist nur dann prak­ti­ka­bel, wenn der im Haus blei­ben­de Part­ner sich die Til­gung des Kre­dits auch allei­ne leis­ten kann.

Das Haus wird als Vor­er­be oder Schen­kung auf die Kin­der über­tra­gen. Frau Mei­er bleibt bis auf Wei­te­res mit den Kin­dern dar­in wohnen. 

Bleibt Frau Mei­er im Haus woh­nen, gibt es noch eine wei­te­re Mög­lich­keit, die Eigen­tums­ver­hält­nis­se zu klä­ren: Die Immo­bi­lie kann ent­we­der als Vor­er­be oder als Schen­kung auf die Kin­der des Paa­res über­schrie­ben wer­den, mit denen Frau Mei­er vor­erst in der Immo­bi­lie woh­nen bleibt. Als Vor­mund der Kin­der kann sie bis zu deren 18. Lebens­jahr über das Haus ver­fü­gen. Die­se Alter­na­ti­ve bie­tet sich aller­dings eher bei Fami­li­en an, die nur ein Kind haben. Denn bei Geschwis­tern könn­te es spä­ter zu Strei­tig­kei­ten kommen.

Herr und Frau Mei­er tei­len das Haus in zwei Woh­nun­gen, von denen jeder eine behält. 

Die Woh­nungs­tei­lung ist dann inter­es­sant, wenn bei­de Part­ner sich noch gut ver­ste­hen und sich grund­sätz­lich vor­stel­len kön­nen, in der Nähe des ande­ren zu woh­nen. Die Tei­lung kann jedoch nicht ohne Geneh­mi­gung von der Gemein­de vor­ge­nom­men wer­den. Außer­dem muss sie im Grund­buch ein­ge­tra­gen werden.

Herr und Frau Mei­er behal­ten das Haus und ver­mie­ten es. Die Miet­ein­nah­men wer­den geteilt. 

Wenn bei­de Part­ner aus dem Haus aus­zie­hen wol­len, besteht auch die Mög­lich­keit, das Haus zu ver­mie­ten und die Ein­nah­men zu tei­len. Die­se Opti­on ist zum Bei­spiel dann inter­es­sant, wenn spä­ter eines der Kin­der in dem Haus woh­nen möchte.

Herr und Frau Mei­er ver­kau­fen das Haus gemein­sam und tei­len den Erlös.

Neben der Opti­on, dass einer der Part­ner in der Immo­bi­lie bleibt und den ande­ren Part­ner aus­zahlt, ist der Ver­kauf eine der belieb­tes­ten Vari­an­ten bei der Schei­dung. Bei­de Par­tei­en erhal­ten die Hälf­te des Erlö­ses. Wich­tig ist, dass das Paar sich vor dem Ver­kauf gut von einem Exper­ten bera­ten und den Immo­bi­li­en­wert schät­zen lässt. Schließ­lich soll der Erlös aus dem Ver­kauf für bei­de die Grund­la­ge für einen Neu­be­ginn sein.  

Herr und Frau Mei­er wer­den sich nicht einig und es kommt zu einer Teilungsversteigerung. 

Wenn Paa­re sich nicht eini­gen kön­nen, bleibt oft nur noch die Tei­lungs­ver­stei­ge­rung. Die­se muss von einem der Part­ner beim Amts­ge­richt bean­tragt wer­den. Im Ver­gleich zum Ver­kauf wird hier jedoch meist ein gerin­ge­rer Erlös erzielt. Die Mei­ers kön­nen sich zum Glück ohne Gericht eini­gen und beschlie­ßen, das Haus gemein­sam zu verkaufen.

Sie las­sen sich schei­den und wis­sen nicht, wel­che der Optio­nen in Ihrer indi­vi­du­el­len Situa­ti­on die pas­sen­de ist? Kon­tak­tie­ren Sie uns jetzt. Wir bera­ten Sie gerne. 

 

Foto: © jack191