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Immo­bi­lie in der Schei­dung: Was pas­siert mit der lau­fen­den Finanzierung?

Häu­fig ist die Immo­bi­lie bei der Schei­dung noch nicht abbe­zahlt. Für die Bedie­nung des Immo­bi­li­en­kre­dits ste­hen die­je­ni­gen gera­de, die den Dar­le­hens­ver­trag unter­schrie­ben haben. Dies sind häu­fig bei­de Ehepartner. 

Die finan­zie­ren­de Bank min­dert das Risi­ko eines Kre­dit­aus­falls, wenn zwei anstatt nur ein Ehe­part­ner signiert haben. Dann besteht für bei­de gegen­über der Bank eine Gesamt­schuld. Das heißt, ein Part­ner steht nicht für die Hälf­te des lau­fen­den Kre­dits gera­de, und der ande­re für den ande­ren Teil. Son­dern jeder kann jeweils für die gesam­te Dar­le­hens­sum­me von dem Insti­tut in Anspruch genom­men werden.

Wird die Immo­bi­lie vor Ablauf der Zins­bin­dung im Zuge einer Schei­dung ver­kauft, erhebt die Bank für die­se Ver­trags­auf­lö­sung eine Gebühr in Form einer Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung. Die­ser Betrag ori­en­tiert sich an der Dar­le­hens­hö­he, der Lauf­zeit und den Kon­di­tio­nen wie dem Zins­satz. Seit 2009 herrscht in Deutsch­land eine Nied­rig­zins­pha­se, vie­le Häus­le­bau­er haben daher lan­ge Lauf­zei­ten über 15, 20 oder gar 25 Jah­re abge­schlos­sen. Daher ist die Wahr­schein­lich­keit, dass bei einem Immo­bi­li­en­ver­kauf in Fol­ge einer Tren­nung der Dar­le­hens­ver­trag gekün­digt und eine Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung bezahlt wer­den muss, hoch.

Gehört die Immo­bi­lie also bei­den Ehe­part­ner, müs­sen sie sich über die wei­te­re Ver­wen­dung (Ver­kauf, Ver­mie­tung, Aus­zah­lung eines Part­ners etc.) einigen.

In dem meis­ten Fäl­len wird die gemein­sa­me Immo­bi­lie ver­kauft, weil ein Part­ner nicht allei­ne die Finan­zie­rung und den Unter­halt des Objek­tes stem­men kann oder weil sie für eine Per­son zu groß ist. Kann er mit sei­nem Gehalt das Dar­le­hen bedie­nen, kann er die Immo­bi­lie als allei­ni­ger Eigen­tü­mer über­neh­men und sei­nen Ex-Gat­ten aus­zah­len. Dann muss mit der Bank ver­ein­bart wer­den, dass der zwei­te Part­ner aus dem Dar­le­hens­ver­trag ent­las­sen wird. Die Bank wird dem nur zustim­men, wenn anhand von Ein­kom­mens­nach­wei­sen ersicht­lich ist, dass der Ehe­part­ner den Kre­dit allei­ne beglei­chen kann.

Zu beden­ken sind fer­ner steu­er­li­che Aspek­te. Hat das Ehe­paar nur weni­ge Jah­re in der gemein­sa­men Woh­nung oder dem Haus gelebt, kann beim Immo­bi­li­en­ver­kauf Spe­ku­la­ti­ons­steu­er anfal­len. Wur­de die Immo­bi­lie im Jahr des Ver­kaufs min­des­tens die bei­den vor­an­ge­gan­ge­nen Jah­re nach dem Erwerb von bei­den Part­nern bewohnt, ent­fällt die­se Steu­er (§23 EStG). Kam es jedoch bereits in die­ser Pha­se zur Tren­nung, weil ein Part­ner aus­ge­zo­gen ist und der ande­re die Immo­bi­lie allei­ne bewohn­te oder zusam­men mit den Kin­dern, wird gege­be­nen­falls Spe­ku­la­ti­ons­steu­er bei der Ver­äu­ße­rung erhoben.

Sie befin­den sich in der Schei­dung und wis­sen nicht, wie Sie nun mit Ihrer Immo­bi­lie umge­hen sol­len? Kon­tak­tie­ren Sie uns jetzt. Wir bera­ten Sie gerne.

 

Foto: © vchalup