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Immo­bi­lie ver­kau­fen ohne aus­zu­zie­hen: Wohn­recht oder Nießbrauch

Vie­le Eigen­tü­mer möch­ten zwar bis ins hohe Alter in ihrem gewohn­ten Zuhau­se woh­nen blei­ben, aber sie wür­den das ansehn­li­che Kapi­tal, das in ihrer Immo­bi­lie steckt, ger­ne „ver­flüs­si­gen“ und für den Lebens­un­ter­halt nut­zen. Die gute Nach­richt: das geht! Es gibt ver­schie­de­ne Model­le der Immo­bi­li­en­ver­ren­tung, die dafür infra­ge kom­men. Wich­tig ist in jedem Fall, dass im Kauf­ver­trag ein lebens­lan­ges Wohn­recht oder Nieß­brauch­recht fest­ge­schrie­ben wird. Aber wor­in besteht der Unter­schied und wel­ches die­ser bei­den Rech­te ist bes­ser für Sie?

Es gibt immer mehr älte­re Immo­bi­li­en­ei­gen­tü­mer, die ihre Immo­bi­lie nicht unbe­dingt an Kin­der oder Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge ver­er­ben wol­len. Oft ist es bereits klar, dass kei­nes Ihrer Kin­der die Immo­bi­lie über­neh­men möch­te oder dass eine Auf­tei­lung unter den Geschwis­tern nicht gut funk­tio­nie­ren wür­de. Da erscheint es sinn­vol­ler, die Immo­bi­lie zu ver­kau­fen und den Erlös zum Lebens­un­ter­halt zu nut­zen. Aber aus­zie­hen – das wol­len Sie nicht! Eine Lösung, die sich hier anbie­tet, wäre eine Immo­bi­li­en­ver­ren­tung. Dabei ver­kau­fen Sie Ihr Haus und erhal­ten dafür eine Ren­te, die als lebens­lan­ge oder zeit­lich begrenz­te monat­li­che Zah­lung, als Ein­mal­zah­lung oder als Kom­bi­na­ti­on aus bei­dem ver­ein­bart wer­den kann.

Unter­schei­dung zwi­schen Wohn­recht und Nießbrauchrecht

Außer­dem behal­ten Sie, je nach Modell, ein lebens­lan­ges Wohn­recht oder ein Nieß­brauch­recht. Bei­des sind Nut­zungs­rech­te, die sich ent­we­der auf die gesam­te Immo­bi­lie oder auf ein­zel­ne, genau fest­ge­leg­te Räum­lich­kei­ten bezie­hen kön­nen. Der wesent­li­che Unter­schied: Ein Wohn­recht sichert Ihnen nur das Recht, per­sön­lich die Immo­bi­lie zu bewoh­nen. Wenn Sie aus­zie­hen wol­len oder müs­sen, zum Bei­spiel bei einem Umzug in ein Pfle­ge­heim, nützt Ihnen ein Wohn­recht nichts mehr. Ein Nieß­brauch­recht gibt Ihnen dage­gen die Mög­lich­keit, Räum­lich­kei­ten auch zu ver­mie­ten oder ander­wei­tig zu nut­zen. Sie haben damit die Wahl, ob Sie die Immo­bi­lie voll­stän­dig selbst nut­zen, ob Sie einen Teil ver­mie­ten und selbst nur einen Teil bewoh­nen, oder ob Sie die gesam­te Immo­bi­lie ver­mie­ten und die Miet­ein­nah­men für Ihren Lebens­un­ter­halt ver­wen­den. Aller­dings müs­sen Sie als Nieß­brau­cher auch für die Pfle­ge und Erhal­tung der Immo­bi­lie auf­kom­men. Sie müs­sen Grund­steu­er, Abwas­ser­ge­büh­ren, Gebäu­de­ver­si­che­rung und ande­re Las­ten tra­gen und sind auch für die Schnee­räum­pflicht wei­ter­hin zustän­dig. Ledig­lich „außer­ge­wöhn­li­che“ Repa­ra­tu­ren oder eine Moder­ni­sie­rung der Immo­bi­lie wür­den in die Zustän­dig­keit des neu­en Eigen­tü­mers fal­len. Beim lebens­lan­gen Wohn­recht ist hin­ge­gen der Eigen­tü­mer für den Groß­teil die­ser Las­ten zuständig.

Rechts­be­ra­tung hilft in Detail­fra­gen weiter

Geht es dar­um, sich zwi­schen Wohn­recht oder Nieß­brauch zu ent­schei­den, sind zahl­rei­che Aspek­te Ihrer per­sön­li­chen Situa­ti­on zu berück­sich­ti­gen. Es ist daher uner­läss­lich, den Rat eines kom­pe­ten­ten Rechts­ex­per­ten ein­zu­ho­len, denn in der Pra­xis sind vie­le kom­pli­zier­te Details aus­schlag­ge­bend. Wich­tig zu wis­sen ist auch noch: Damit ein Wohn­recht oder Nieß­brauch wirk­sam wird, muss der neue Eigen­tü­mer nota­ri­ell erklä­ren, dass er Ihnen ein sol­ches Recht ein­räu­men möch­te. Das Nut­zungs­recht wird dann in Abtei­lung II des Grund­buchs ein­ge­tra­gen, ggf. mit der genau­en Bezeich­nung der zur Nut­zung über­las­se­nen Räum­lich­kei­ten. Selbst­ver­ständ­lich muss Ihnen auch klar sein, dass sich der Kauf­preis Ihrer Immo­bi­lie durch die­se Grund­buch­be­las­tun­gen deut­lich reduziert.

Sie möch­ten mehr über Ihre Mög­lich­kei­ten zur Ver­ren­tung Ihrer Immo­bi­lie erfah­ren und benö­ti­gen wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum The­ma Wohn­recht oder Nieß­brauch? Kon­tak­tie­ren Sie uns und las­sen Sie sich umfas­send bera­ten! Wir freu­en uns auf Sie!

 

Zum Wei­ter­le­sen:

https://www.wohneigentum.nrw/beitrag/vor-und-nachteile-von-wohnrecht-und-niessbrauch

https://www.anwalt.org/niessbrauch-wohnrecht/

https://www.stb-web.de/news/article.php/id/23361

 

Recht­li­cher Hin­weis: Die­ser Bei­trag stellt kei­ne Steu­er- oder Rechts­be­ra­tung im Ein­zel­fall dar. Bit­te las­sen Sie die Sach­ver­hal­te in Ihrem kon­kre­ten Ein­zel­fall von einem Rechts­an­walt und/oder Steu­er­be­ra­ter klären.

 Foto: Alla­Serebri­na / Depositphoto