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So geht alters­ge­rech­tes Woh­nen: Teil 2 – Senioren-WG

Wohn­ge­mein­schaf­ten, wie wir sie von jun­gen Stu­den­ten ken­nen, wer­den auch bei älte­ren Men­schen immer belieb­ter. Denn kei­ne ande­re Wohn­form bie­tet so viel Gesel­lig­keit und Frei­heit zugleich. Gera­de wenn das Älter­wer­den uns ein­zu­schrän­ken beginnt, kann das Leben in einer Senio­ren- oder Plus-WG der eige­nen Auto­no­mie neue Türen öffnen.

Im Lau­fe des Lebens durch­wan­dern wir vie­le ver­schie­de­ne Lebens­pha­sen. Eine jede hat ihre Berech­ti­gung und kann Chan­cen bie­ten. Aber gera­de die Pha­sen, in denen wir uns ganz neu ori­en­tie­ren müs­sen, ver­lan­gen uns zunächst ein­mal eini­ges ab. So wie nicht jeder jun­ge Mensch direkt nach dem Schul­ab­schluss weiß, wel­che Berufs­aus­bil­dung er begin­nen möch­te, so sind auch mit dem Ren­ten­ein­tritt oft­mals gro­ße Unsi­cher­hei­ten ver­bun­den. In der Regel ist in sol­chen Pha­sen auch die eige­ne Wohn­si­tua­ti­on zu überdenken.

Hier kön­nen die „Alten“ von den Jun­gen ler­nen und sich deren Tak­ti­ken zunut­ze machen. Für jun­ge Leu­te ist es die natür­lichs­te Sache der Welt, sich zusam­men­zu­schlie­ßen und Woh­nun­gen zu tei­len. Näm­lich nicht nur Neu­ori­en­tie­rung gelingt in Gemein­schaft bes­ser, auch in finan­zi­el­ler und emo­tio­na­ler Hin­sicht bie­tet die „WG“ eine Men­ge Vorteile.

In der Wohn­ge­mein­schaft kön­nen neben Freud und Leid auch Kos­ten und Haus­halts­auf­ga­ben geteilt wer­den. Sich gegen­sei­tig im All­tag zu unter­stüt­zen, ein offe­nes Ohr für­ein­an­der zu haben, sich mit Tipps und Tricks wei­ter­zu­hel­fen und mit einem selbst­ge­ba­cke­nen Geburts­tags­ku­chen über­rascht zu wer­den – all das gibt es in einer guten WG gra­tis dazu. Für älte­re Men­schen ist auch das Sicher­heits­ge­fühl nicht zu unter­schät­zen, das auto­ma­tisch ent­steht, wenn wir mit ande­ren unter einem Dach leben: Im medi­zi­ni­schen Not­fall ist immer jemand zur Stel­le, der hel­fen kann.

Wer im Alter Eigen­heim und Ein­sam­keit gegen eine Wohn­ge­mein­schaft tau­schen möch­te, hat ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten. Die klas­si­sche Senio­ren-WG ist eine dem Senio­ren­heim ähn­li­che Wohn­form, meist mit Rund-um-die-Uhr-Betreu­ung. Wird eine umfas­sen­de medi­zi­ni­sche Betreu­ung benö­tigt, ist man in einer Senio­ren-WG gut auf­ge­ho­ben und ver­sorgt, kann sich aber gleich­zei­tig klei­ne Frei­räu­me erhal­ten. Sind noch kei­ne grö­ße­ren gesund­heit­li­chen Pro­ble­me vor­han­den und man kommt ohne exter­ne Hil­fe aus, bie­tet sich eine soge­nann­te Plus-WG an. Das „Plus“ steht dabei für das Alter der Bewoh­ner, das bei 50 Jah­ren und auf­wärts liegt.

Eine Wohn­ge­mein­schaft, in der sich Men­schen ab 50 zusam­men­tun, bringt sofort Abwechs­lung ins Leben. Das Mit­ein­an­der macht unter­neh­mungs­lus­ti­ger und muti­ger. Ob in Sachen Sport, Natur oder Kul­tur, gemein­sam traut man sich, noch ein­mal so rich­tig durch­zu­star­ten. Das macht Spaß und hält fit, denn kör­per­li­che Akti­vi­tä­ten und zwi­schen­mensch­li­che Begeg­nun­gen stär­ken sowohl die phy­si­sche als auch die psy­chi­sche Gesundheit.

Die Nach­fra­ge an Plus-WGs ist inzwi­schen stark gestie­gen. Auf meh­re­ren Online-Por­ta­len wie WG-Gesucht.de, pluswgs.de, wohnen-im-alter.de aber auch auf immobilienscout24.de suchen Men­schen ab 50 nach WG-Zim­mern oder ‑Mit­be­woh­nern. Nicht für alle ist das Modell der geteil­ten Woh­nung das opti­ma­le. Wer bei­spiels­wei­se bereits län­ge­re Zeit allein gelebt hat, fühlt sich viel­leicht in einer Haus­ge­mein­schaft mit mehr Rück­zugs­mög­lich­kei­ten woh­ler. Auch hier­für fin­den sich auf den Inter­net-Platt­for­men inter­es­san­te Angebote.

Womög­lich ist auch Ihr Eigen­heim, das Sie sich allein kaum noch leis­ten kön­nen, wie geschaf­fen dafür, es mit ein oder zwei neu­en Mit­be­woh­nern zu tei­len und zu einem leb­haf­te­ren und unbe­sorg­te­ren Ort zu machen. Vier Hän­de schaf­fen mehr als zwei, bei der Gar­ten­ar­beit und beim Haus­putz. Sich plötz­lich den Bade­zim­mer­schrank und die Herd­plat­ten tei­len zu müs­sen, kann sich erst ein­mal etwas selt­sam anfüh­len sein. Aber nach einer kur­zen Umge­wöh­nungs­pha­se und spä­tes­tens, wenn der gemein­sa­me Kaf­fee­klatsch zum lieb­ge­won­ne­nen Ritu­al gewor­den ist, möch­te man sei­ne Mit­be­woh­ner nicht mehr missen.

Sie über­le­gen, in eine Alters-WG zu zie­hen und wis­sen nicht, was Sie mit Ihrem Eigen­heim machen sol­len? Wir bera­ten Sie ger­ne zu Ihren Möglichkeiten. 

Foto: shiro­no­sov