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Was ist eigent­lich eine Erbengemeinschaft?

Immer dann, wenn ein Erb­las­ser nicht nur einen, son­dern meh­re­re Erben hin­ter­lässt, bil­den die­se eine soge­nann­te Erben­ge­mein­schaft. Die ein­zel­nen Mit­glie­der der Erben­ge­mein­schaft wer­den auch als Mit­er­ben bezeich­net. Dabei kann die Beru­fung zum Erben ent­we­der auf­grund der gesetz­li­chen Erb­fol­ge oder durch gewill­kür­te Erb­fol­ge, also durch ein Tes­ta­ment, erfol­gen.  Ermit­telt wird die Erb­fol­ge durch das Nachlassgericht. 

Nicht sel­ten kommt es zwi­schen den Mit­er­ben zum Streit, wenn es um die Tei­lung eines gemein­sa­men Erbes geht. Um dies zu ver­mei­den, bedarf es einer kla­ren und mög­lichst detail­lier­ten Rege­lung durch den Erb­las­ser. Die­se legt fest, wer wel­che Rech­te und Ver­mö­gens­po­si­tio­nen über­nimmt und was er ggf. dafür zu tun hat. Der dies­be­züg­li­che Wil­le des Erb­las­sers wird im Tes­ta­ment fest­ge­hal­ten, dabei ist zwi­schen drei juris­ti­schen Kate­go­rien zu unter­schei­den – der Erbein­set­zung, dem Ver­mächt­nis und der Auf­la­ge. Wei­ter kann der Erb­las­ser z.B. durch einen Tes­ta­ments­voll­stre­cker sicher­stel­len, dass sei­ne letzt­wil­li­gen Ver­fü­gun­gen auch ein­ge­hal­ten werden.

Auch wenn es sich um eine Erben­ge­mein­schaft han­delt, benö­tigt man, um sein Erbe antre­ten zu kön­nen, in vie­len Fäl­len einen Erb­schein. Die­ser wird von einem Nach­lass­ge­richt aus­ge­stellt. Er weist eine Per­son als Erben aus und gibt an, wel­chen Anteil des Nach­las­ses die­ser Erbe erhält. Im Fal­le einer Erben­ge­mein­schaft kön­nen zwei Arten von Erb­schei­nen aus­ge­stellt wer­den. Der gemein­schaft­li­che Erb­schein ent­hält die Namen aller Mit­er­ben und ihren jewei­li­gen Erb­an­teil in Quo­ten. Er kann nur von allen Mit­er­ben gemein­sam bean­tragt wer­den. Dane­ben kann auch jeder Mit­er­be einen Tei­lerb­schein bean­tra­gen. Die­ser bezieht sich nur auf sei­ne indi­vi­du­el­le Erbenstellung.

Ach­tung: ein Erb­schein macht nie­man­den zum Erben! Stellt sich nach Ertei­lung des Erb­scheins her­aus, dass die­ser inhalt­lich falsch ist, so wird er vom Nach­lass­ge­richt wie­der ein­ge­zo­gen. Wohl aber sind Per­so­nen, die vor­her auf die Rich­tig­keit des Erb­scheins ver­traut haben, geschützt. Für die Rechts­ge­schäf­te mit ihnen gilt der Inhalt des Erb­scheins trotz­dem als rich­tig. Sie kön­nen daher vom ver­meint­li­chen Erben wirk­sam Eigen­tum an Nach­lass­ge­gen­stän­den erwerben.

Aus­schla­gen kann man sein Erbe übri­gens auch. Als Mit­er­be in einer Erben­ge­mein­schaft sind Sie ganz nor­ma­ler Erbe. Sie haben daher das gesetz­li­che Recht, die Erb­schaft aus­zu­schla­gen und erhal­ten dann – sofern Sie pflicht­teils­be­rech­tigt sind – den Anspruch auf ihren Pflicht­teil. Hier­bei han­delt es sich um einen Zah­lungs­an­spruch gegen­über dem Nach­lass, des­sen Höhe der Hälf­te des gesetz­li­chen Erb­teils ent­spricht. Wol­len Sie die Erb­schaft aus­schla­gen, so müs­sen Sie inner­halb von sechs Wochen, nach­dem Sie Kennt­nis davon erlangt haben, dass Sie Erbe sind, die Aus­schla­gung gegen­über dem Nach­lass­ge­richt zur Nie­der­schrift erklären.

Sie haben eine Immo­bi­lie geerbt und wis­sen noch nicht was Sie damit tun sol­len? Kon­tak­tie­ren Sie uns! Wir hel­fen Ihnen gern. 

Nicht fün­dig geworden: 

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Erbengemeinschaft

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/825578/umfrage/prognose-zum-erbschaftsvolumen-in-deutschland-nach-vermoegensart/

https://www.bmjv.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Erben_Vererben.pdf?__blob=publicationFile&v=33

 

Recht­li­cher Hin­weis: Die­ser Bei­trag stellt kei­ne Steu­er- oder Rechts­be­ra­tung im Ein­zel­fall dar. Bit­te las­sen Sie die Sach­ver­hal­te in Ihrem kon­kre­ten Ein­zel­fall von einem Rechts­an­walt und/oder Steu­er­be­ra­ter klären.

 

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