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Die Immo­bi­li­en im Testament

Immo­bi­li­en gehö­ren zu einer der gefrag­tes­ten Wert­an­la­gen. Daher ist es kei­ne Über­ra­schung, dass Häu­ser, Woh­nun­gen und Grund­stü­cke oft zum Nach­lass des Ver­stor­be­nen zäh­len. Damit nach dem Tode alles rei­bungs­los ablau­fen kann, raten Exper­ten, sich schon früh­zei­tig zu über­le­gen, wem Sie die Immo­bi­lie ver­er­ben möch­ten. Dabei ist es wich­tig sich über das Erbrecht zu infor­mie­ren und je nach per­sön­li­chem Wunsch und Fami­li­en­kon­stel­la­ti­on ein Tes­ta­ment zu erstellen.

Wer eine Immo­bi­lie ver­er­ben möch­te, darf als Erben ein­set­zen, wen er möch­te. Aller­dings gilt auch bei Immo­bi­li­en, dass Kin­der oder Ehe­part­ner einen Pflicht­teil bekom­men. Dies erfolgt unab­hän­gig vom Wil­len des Erb­las­sers. Als Pflicht­teil gilt dabei die Hälf­te des gesetz­li­chen Erbes. Stirbt bei­spiels­wei­se eine Wit­we mit zwei Kin­dern, ohne ein Tes­ta­ment zu hin­ter­las­sen, erben die Kin­der auto­ma­tisch jeder die Hälf­te der Immo­bi­lie. Ist zuvor aber eines der Kin­der in einem Tes­ta­ment als Allein­er­be ein­ge­setzt wor­den, dann steht dem ande­ren Kind noch ein Vier­tel des Nach­lass­wer­tes zu. Aller­dings gilt hier, dass der Erbe nur Anspruch auf das Geld hat, nicht auf den Sachwert.

Eigen­hän­di­ges Testament

Soll die Immo­bi­lie in einem hand­schrift­lich ver­fass­ten Tes­ta­ment ver­erbt wer­den, so ist das Tes­ta­ment nur gül­tig, wenn es unter­schrie­ben ist. Emp­feh­lens­wert ist dabei die Unter­zeich­nung mit Vor­na­men, Orts- und Zeit­an­ga­be. Das hand­schrift­li­che Tes­ta­ment darf in jeder Spra­che geschrie­ben wer­den, vor­aus­ge­setzt, dass die­se Spra­che von einer drit­ten Per­son ver­stan­den wird. Die Errich­tung des hand­schrift­li­chen Tes­ta­ments ist ohne Mit­wir­kung Drit­ter, also Zeu­gen (ins­be­son­de­re eines Notars), mög­lich. Hand­schrift­li­che Tes­ta­men­te müs­sen nicht amt­lich ver­wahrt wer­den. Sie kön­nen aber vom Erb­las­ser bei einem frei zu wäh­len­den Nach­lass­ge­richt hin­ter­legt werden.

Nota­ri­el­les Testament

Wie der Name schon sagt, wird das nota­ri­el­le Tes­ta­ment vor einem Notar oder durch Über­ga­be einer offe­nen oder ver­schlos­se­nen Schrift an den Notar erstellt. Der Notar fer­tigt dann dar­über ein Pro­to­koll an. Die Notar­kos­ten rich­ten sich dabei nach der Höhe des im nota­ri­el­len Tes­ta­ment auf­ge­führ­ten Ver­mö­gens. Da das nota­ri­el­le Tes­ta­ment eine öffent­li­che Urkun­de ist, hat es vol­le Beweis­kraft und ersetzt somit den Erb­schein. Ein­mal vom Notar erstellt, gibt die­ser das Tes­ta­ment beim Nach­lass­ge­richt des Bezirks sei­nes Amts­sit­zes in amt­li­che Ver­wah­rung. Der Erb­las­ser erhält den dem­entspre­chen­den Hin­ter­le­gungs­schein. Unter Vor­la­ge des Hin­ter­le­gungs­scheins, kann er jeder­zeit die Her­aus­ga­be des Tes­ta­ments fordern.

Erb­ver­trag

Eben­so wie das Tes­ta­ment, ist auch der Erb­ver­trag eine soge­nann­te Letzt­wil­li­ge Ver­fü­gung, in dem der Nach­lass gere­gelt wer­den soll und in dem Erben ein­ge­setzt wer­den. Im Gegen­satz zum Tes­ta­ment setzt der Erb­las­ser den Erb­ver­trag jedoch gemein­sam mit den Erben auf. Die­ser kann nur geän­dert wer­den, wenn alle Ver­trags­part­ner damit ein­ver­stan­den sind. Oft wer­den an sol­che Erb­ver­trä­ge Bedin­gun­gen geknüpft – wie etwa die Pfle­ge der Eltern oder die Über­nah­me des Geschäfts.

Sie haben eine Immo­bi­lie geerbt und sind sich unsi­cher, wie es damit jetzt wei­ter­ge­hen soll? Kon­tak­tie­ren Sie uns! Wir bera­ten Sie gern.

Nicht fün­dig geworden:

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetzliche_Erbfolge

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2313/umfrage/testament-oder-erbvertrag-vorhanden/

https://www.bmjv.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Erben_Vererben.pdf?__blob=publicationFile&v=33

 

Recht­li­cher Hin­weis: Die­ser Bei­trag stellt kei­ne Steu­er- oder Rechts­be­ra­tung im Ein­zel­fall dar. Bit­te las­sen Sie die Sach­ver­hal­te in Ihrem kon­kre­ten Ein­zel­fall von einem Rechts­an­walt und/oder Steu­er­be­ra­ter klären.

 

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