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Umschul­dung: für wen lohnt sie sich?

Die Abzah­lung eines Bank­dar­le­hens für das eige­ne Zuhau­se kann häu­fig um die 30 Jah­re in Anspruch neh­men. Nach zehn Jah­ren kommt es zum Ende der Zins­bin­dung. Dann müs­sen Eigen­tü­mer sich um die Anschluss­fi­nan­zie­rung küm­mern. Sie müs­sen sich ent­schei­den, ob sie ihrer Bank die Treue hal­ten oder ob sie das Hypo­the­ken­dar­le­hen bei einer ande­ren Bank umschul­den möch­ten. Wir ver­ra­ten Ihnen, wann eine Umschul­dung und der Wech­sel des Dar­le­hens­ge­bers sinn­voll sein können.

Es bestehen grund­sätz­lich zwei Mög­lich­kei­ten, wenn die Zins­bin­dung nach zehn Jah­ren abge­lau­fen ist. Der Kre­dit­neh­mer kann sich zum einen dafür ent­schei­den, bei sei­ner alten Bank zu blei­ben und sei­nen bestehen­den Dar­le­hens­ver­trag zu ver­län­gern. Die­ser Vor­gang wird als Pro­lon­ga­ti­on bezeich­net. Zum ande­ren aber kann sich der Kre­dit­neh­mer auch dafür ent­schei­den, die Anschluss­fi­nan­zie­rung für eine Dar­le­hen­sum­schul­dung zu nut­zen. Hier­bei löst er das bestehen­de Dar­le­hen durch einen neu­en Kre­dit ab, der ihm bes­se­re Kon­di­tio­nen bie­tet. Über­wie­gend wech­selt der Kre­dit­neh­mer bei der Umschul­dung auch zu einer ande­ren Bank. Den­noch kann die Umschul­dung des Dar­le­hens auch bei der eige­nen Bank vor­ge­nom­men werden.

Bei einer Umschul­dung soll­ten Sie sehr genau auf die Fris­ten ach­ten. Haben Sie her­aus­ge­fun­den, wann die aktu­el­le Zins­bin­dung endet, muss die schrift­li­che Kün­di­gung spä­tes­tens drei Mona­te vor Ablauf der Zins­bin­dung bei Ihrer Bank ein­ge­hen. Wenn Sie sich für eine neue Bank ent­schie­den haben, müs­sen Sie die­ser natür­lich den genau­en Wech­sel­ter­min mit­tei­len und mit ihr einen neu­en Ver­trag schlie­ßen. Die Rest­schuld des alten Dar­le­hens wird dann auto­ma­tisch durch die Sum­me der neu­en Bau­fi­nan­zie­rung abgelöst.

Wol­len Sie den bestehen­den Kre­dit mit Ihrer bis­he­ri­gen Bank vor dem Ende der Zins­bin­dung kün­di­gen, um zu einer ande­ren Bank zu wech­seln, wird eine Art Straf­ge­bühr fäl­lig. Das liegt dar­an, dass der alten Bank dadurch Ein­nah­men ent­ge­hen. Die Gebühr wird als Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung bezeich­net. Meis­tens lohnt sich wegen der Höhe der Straf­ge­bühr ein früh­zei­ti­ges Umschul­den nicht.

Wenn Sie aber mit dem Gedan­ken spie­len, eine Umschul­dung nach Ablauf der Zins­bin­dung vor­zu­neh­men, kön­nen Ihnen gro­ße Vor­tei­le ent­ste­hen. Es bie­tet sich Ihnen die Chan­ce, bes­se­re Kon­di­tio­nen aus­zu­han­deln und durch nied­ri­ge­re Zin­sen Geld zu spa­ren. In jedem Fall soll­ten Sie sich aber vor­ab gut über alle Ange­bo­te infor­mie­ren und sich am bes­ten von einem Exper­ten bera­ten las­sen. Wenn Sie Ihrer alten Bank zei­gen, dass Sie gut über alle Ange­bo­te infor­miert sind, wird die­se ihnen unter Umstän­den ein eige­nes attrak­ti­ves Ange­bot zur Umschul­dung machen. Neben gewerb­li­chen Bera­tern kön­nen auch Schuld­ner­be­ra­tungs­stel­len hel­fen. Gene­rell ist davon aus­zu­ge­hen, dass je höher die Rest­schuld ist, des­to eher sich die Umschul­dung lohnt.

Schließ­lich ist auch eine frist­ge­rech­te Umschul­dung durch den Wech­sel zu einer ande­ren Bank immer mit Kos­ten ver­bun­den. Wer­den die Schul­den umge­schrie­ben, muss auch der Ein­trag der Grund­schuld geän­dert wer­den. Es fin­det eine soge­nann­te Grund­schuld­ab­tre­tung statt. Hier­durch kommt es zu Notar­kos­ten, da allein der Notar die­ses Rechts­ge­schäft ver­an­las­sen kann. Die­se Notar­kos­ten betra­gen in etwa 0,17 Pro­zent der Rest­schuld. In der Regel wird Ihre neue Bank die nöti­gen for­mel­len Schrit­te vornehmen.

Möch­ten Sie mehr dar­über erfah­ren, ob eine Umschul­dung für Ihre Immo­bi­lie sinn­voll ist? Kon­tak­tie­ren Sie uns! Wir bera­ten Sie gerne.

 

Recht­li­cher Hin­weis: Die­ser Bei­trag stellt kei­ne Steu­er- oder Rechts­be­ra­tung im Ein­zel­fall dar. Bit­te las­sen Sie die Sach­ver­hal­te in Ihrem kon­kre­ten Ein­zel­fall von einem Rechts­an­walt und/oder Steu­er­be­ra­ter klären.

 

 

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