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Ver­schärf­te Regeln für den Energieausweis

Die Anfor­de­run­gen an Ener­gie­aus­wei­se für bestehen­de Wohn­ge­bäu­de sind ab dem 1.5.2021 wie­der ein­mal ver­schärft wor­den. Zusätz­li­che Anga­ben, unter ande­rem zu den Treib­haus­gas-Emis­sio­nen der Immo­bi­lie, sind nun erfor­der­lich. Damit wer­den Ener­gie­aus­wei­se – wie soll­te es anders sein? – in vie­len Fäl­len teu­rer und ihre Erstel­lung noch kom­pli­zier­ter. Her­mann Fer­rang erläu­tert Ihnen, wann Sie einen Ener­gie­aus­weis benötigen. 

Die neu­en Regeln (auf der Grund­la­ge Gebäu­de­en­er­gie­ge­set­zes vom Novem­ber 2020) gel­ten zunächst nur für neu aus­zu­stel­len­de Ener­gie­aus­wei­se. Da ein Ener­gie­aus­weis immer zehn Jah­re gül­tig ist, könn­ten Sie also even­tu­ell Glück haben: Falls Ihr vor­han­de­ner Ener­gie­aus­weis nach 2011 aus­ge­stellt wur­de, brau­chen Sie vor­erst kei­nen neu­en. Auch Eigen­tü­mer, die ihre Immo­bi­lie ledig­lich selbst nut­zen und weder einen Ver­kauf noch eine Ver­mie­tung pla­nen, brau­chen sich mit dem The­ma nicht zu beschäf­ti­gen. Rele­vant sind die Ände­run­gen für Ver­käu­fer oder Ver­mie­ter, deren Ener­gie­aus­weis ent­we­der älter als zehn Jah­re oder noch gar nicht vor­han­den ist.

Unter­schied zwi­schen Bedarfs­aus­weis und Verbrauchsausweis

Auch in Zukunft soll es grund­sätz­lich zwei Arten von Ener­gie­aus­wei­sen geben: Bedarfs­aus­weis und Ver­brauchs­aus­weis. Für die Aus­stel­lung eines Bedarfs­aus­wei­ses wird die Immo­bi­lie von Exper­ten begut­ach­tet und anhand des bau­li­chen Zustands, der Wär­me­däm­mung, Hei­zungs­tech­nik usw. der zu erwar­ten­de Ener­gie­be­darf errech­net. Ver­brauchs­aus­wei­se doku­men­tier­ten dage­gen bis­lang ledig­lich den Ener­gie­ver­brauch der bis­he­ri­gen Bewoh­ner in den letz­ten drei Jah­ren. Dem­entspre­chend lagen die Kos­ten für die bei­den Ener­gie­aus­weis-Typen weit aus­ein­an­der: Ein Bedarfs­aus­weis kos­te­te 400 bis 500 Euro, Ver­brauchs­aus­wei­se waren für 25 bis 100 Euro zu haben. Doch das wird sich ändern, da nun auch Ver­brauchs­aus­wei­se detail­lier­te­re Anga­ben ent­hal­ten müssen.

Wel­che Ände­run­gen gel­ten ab dem 1.5.2021?

Eines vor­ab: es han­delt sich um eher klei­ne und dif­fu­se Ände­run­gen, die in ihren prak­ti­schen Aus­wir­kun­gen kom­pli­ziert abzu­schät­zen sind. Um bei all die­sen Spitz­fin­dig­kei­ten den Durch­blick zu behal­ten und sicher­zu­stel­len, dass der Ver­kauf oder die Ver­mie­tung Ihrer Immo­bi­lie nicht an einem klei­nen Feh­ler beim Ener­gie­aus­weis schei­tert, holen Sie sich am bes­ten recht­zei­tig einen rou­ti­nier­ten Immo­bi­li­en­pro­fi mit ins Boot! Der weiß genau, wel­che gesetz­li­chen Pflich­ten zu beach­ten und an wel­cher Stel­le sie rele­vant sind. Hier nun eine klei­ne Aus­wahl der neu­en Regeln: 1.) Neu aus­ge­stell­te Ener­gie­aus­wei­se müs­sen die Treib­haus­gas-Emis­sio­nen ange­ben. So soll sicher­ge­stellt wer­den, dass neben den zu erwar­ten­den Betriebs­kos­ten auch die Kli­ma­ver­träg­lich­keit der Immo­bi­lie durch einen Blick in den Ener­gie­aus­weis leicht ersicht­lich ist. – 2.) Auch Ver­brauchs­aus­wei­se müs­sen jetzt die ener­ge­ti­sche Qua­li­tät von Gebäu­de und Anla­gen genau beschrei­ben, was bis­her nur bei Bedarfs­aus­wei­sen erfor­der­lich war. Das umfasst zahl­rei­che Detail­an­ga­ben, bis hin zum Fäl­lig­keits­da­tum der nächs­ten Inspek­ti­on für eine Kli­ma­an­la­ge. – 3.) Ver­schärft wird außer­dem die Eigen­tü­mer­haf­tung für fal­sche oder unkla­re Anga­ben im Ener­gie­aus­weis. Die Aus­stel­lung des Aus­wei­ses erfolgt immer durch einen Exper­ten, aber vie­le Daten kön­nen Sie als Eigen­tü­mer (z.B. in Form von Fotos) selbst zur Ver­fü­gung stel­len. Dann haf­ten Sie jedoch für die Rich­tig­keit und müs­sen sicher­stel­len, dass der Aus­stel­ler des Ener­gie­aus­wei­ses dar­aus eine ver­läss­li­che Ein­schät­zung ablei­ten kann. – 4.) Dass bereits Immo­bi­li­en­in­se­ra­te bestimm­te Pflicht­an­ga­ben zum Ener­gie­ver­brauch ent­hal­ten müs­sen, wur­de schon mit der novel­lier­ten EnEV 2014 ein­ge­führt. Die­se Pflicht­an­ga­ben – und ent­spre­chen­de Buß­gel­der bei Ver­stö­ßen – blei­ben unver­än­dert erhal­ten, gel­ten in Zukunft aller­dings nicht nur für den Eigen­tü­mer selbst, son­dern expli­zit auch für Immobilienmakler.

Haben Sie wei­te­re Fra­gen zum Ener­gie­aus­weis? Sind Sie unsi­cher, ob Sie für den Ver­kauf Ihrer Immo­bi­lie einen Bedarfs­aus­weis oder einen Ver­brauchs­aus­weis benö­ti­gen? Kon­tak­tie­ren Sie mich! Ich und mei­ne Kol­le­gen von Ferrang.Koeln Immo­bi­li­en bera­ten Sie kom­pe­tent und voll­kom­men unverbindlich!

 

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

https://www.baulinks.de/webplugin/2021/0095.php4

https://www.haufe.de/immobilien/wohnungswirtschaft/energieausweis-pflichten-und-fristen_260_534562.html

https://www.bmi.bund.de/DE/themen/bauen-wohnen/bauen/energieeffizientes-bauen-sanieren/energieausweise/gebaeudeenergiegesetz-node.html

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