Kategorien
Aktuelles

Vor­sicht vor Ener­gie­aus­wei­sen zu Niedrigpreisen

Ver­brauchs­aus­wei­se, die Online als Schnäpp­chen ver­mark­tet wer­den, gilt es mit gro­ßer Vor­sicht zu genie­ßen. Im Rah­men eines stich­pro­be­ar­ti­gen Test­ein­kaufs, hat die Ver­brau­cher­zen­tra­le Nord­rhein-West­fa­len 29 ver­meid­li­cher Spar­ver­sio­nen des Ener­gie­aus­wei­ses erwor­ben und aus­ge­wer­tet: Gan­ze 12 waren bereits for­mell man­gel­haft, wei­te­re 18 wie­sen fach­li­che Feh­ler in der Berech­nung der Wer­te auf. Von Maria Pavlidou

Bei der Erstel­lung eines Ener­gie­aus­wei­ses gilt es indi­vi­du­el­le bau­li­che Fak­to­ren zu beach­ten, die Rück­spra­che dem Immo­bi­li­en­ei­gen­tü­mer erfor­dern. Ein seriö­ser Auf­trag­neh­mer wür­de stets das Gespräch vor der Aus­stel­lung eines Ener­gie­aus­wei­ses suchen.

Vor­sicht ist gebo­ten: Das Inter­net ver­netzt Sie mit einer Viel­zahl ver­meint­lich güns­ti­ger Anbie­ter, jedoch im sel­ben Zug auch unge­fil­tert mit zahl­rei­chen Mogel­pa­ckun­gen, die zu Dum­ping­prei­sen bewor­ben werden.
Ent­spricht der erstell­te Ener­gie-Pass letzt­end­lich jedoch nicht den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen der Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung (EnEV 2007), so ist er ungül­tig. Dies kann ver­eh­ren­de Fol­gen für den Eigen­tü­mer haben und mit Buß­gel­dern bis zu 15.000 Euro geahn­det werden.

Auf der Sei­te der Deut­sche Ener­gie Agen­tur (dena) kön­nen Sie sich vor der Ertei­lung eines Auf­tra­ges über­sicht­lich zu den Richt­li­ni­en Infor­mie­ren. Im Down­load­be­reich ste­hen Check­lis­ten zum Aus­dru­cken und inter­ak­ti­ve Doku­men­te zum Aus­fül­len für Sie bereit:

dena-expertenservice.de/arbeitshilfen/checklisten-planen-und-bauen

Gene­rell gilt es fol­gen­de Kri­te­ri­en des Ihnen unter­brei­te­ten Ange­bots zu beurteilen:

Sanie­rungs­tipps

Die Auf­füh­rung indi­vi­du­el­ler Moder­ni­sie­rungs­emp­feh­lun­gen ist für den Ener­gie­aus­weis uner­läss­lich – sowohl, wenn er auf ermit­tel­ten Ver­brauchs­wer­ten, als auch auf den rech­ne­ri­schen Ener­gie­be­darf zurück­zu­füh­ren ist.
Die vor­han­de­ne Heiz­tech­nik, wie auch die Qua­li­tät von Wän­den und Fens­tern müs­sen vom Aus­stel­ler hier­zu begut­ach­tet wer­den. Feh­len kon­kre­te Vor­schlä­ge zur ener­ge­ti­schen Sanie­rung, ist der Ener­gie­aus­weis nicht gül­tig. Eine Ver­ein­ba­rung zwi­schen Eigen­tü­mer und Aus­stel­ler zum Aus­schluss der Moder­ni­sie­rungs­emp­feh­lun­gen wäre widerrechtlich.

Über­mitt­lung der Gebäudedaten

Zuläs­sig ist, dass Sie als Eigen­tü­mer die Gebäu­de­ma­ße und den Ener­gie­ver­brauch ermit­teln und an den Ener­gie­aus­weis-Aus­stel­ler über­ge­ben. Auch in die­sem Fall ist der Aus­stel­ler gesetz­lich ver­pflich­tet, die Plau­si­bi­li­tät Ihrer Anga­ben zu prüfen.

Daten, die von Ihnen über ein Inter­net­for­mu­lar zur Ver­fü­gung gestellt wer­den, impli­zie­ren die Gefahr der Feh­ler­haf­tig­keit durch Über­tra­gungs­feh­ler und kön­nen eine fun­dier­te Prü­fung ohne Rück­spra­che kaum gewähr­leis­ten. Daher soll­te der Aus­stel­ler den Eigen­tü­mer bei Rück­fra­gen kon­tak­tie­ren kön­nen, um sich von der Rich­tig­keit der Gebäu­de­da­ten über­zeu­gen zu können.