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Wann kommt die vir­tu­el­le WEG-Versammlung?

Bin ich hier im fal­schen Raum gelan­det? Das hat sich sicher­lich schon der eine oder ande­re Woh­nungs­ei­gen­tü­mer gedacht, der bei der WEG-Ver­samm­lung statt vol­len Stuhl­rei­hen bloß gäh­nen­de Lee­re vor­fand. War­um kann die Eigen­tü­mer­ver­samm­lung also nicht ein­fach online statt­fin­den? Ob 360-Grad-Rund­gang oder Smart Home: Die Digi­ta­li­sie­rung macht für Eigen­tü­mer vie­les ein­fa­cher. Doch wenn es um die vir­tu­el­le WEG-Ver­samm­lung geht, ist das Recht schein­bar noch nicht so weit.

WEG Gesetz sieht kei­ne vir­tu­el­len Ver­samm­lun­gen vor

Eigen­tü­mer­ver­samm­lun­gen sind häu­fig nur dünn besucht. Schließ­lich ver­mie­ten vie­le Eigen­tü­mer Ihre Woh­nun­gen und leben gar nicht in der­sel­ben Stadt. Und auch für Eigen­nut­zer ist die Ver­samm­lung oft­mals schwer im ohne­hin schon vol­len Ter­min­ka­len­der unter­zu­brin­gen. Eine vir­tu­el­le Ver­samm­lung, bei der alle Betei­lig­ten ganz ein­fach per Video­kon­fe­renz teil­neh­men kön­nen, wür­de vie­les ver­ein­fa­chen. Doch im WEG-Gesetz aus dem Jahr 1951 ist das nicht vor­ge­se­hen. Das Gesetz spricht von „erschie­ne­nen stimm­be­rech­tig­ten Eigen­tü­mern“, was all­ge­mein­hin als „kör­per­lich anwe­send“ über­setzt wird.

Die vir­tu­el­le Ver­samm­lung in die Gemein­schafts­ord­nung aufnehmen

Aller­dings liegt es in der Hand der ein­zel­nen WEGs, zu ent­schei­den, dass Eigen­tü­mer auch vir­tu­ell erschei­nen kön­nen. Dazu muss die vir­tu­el­le Ver­samm­lung mit der Zustim­mung aller Mit­glie­der in der Gemein­schafts­ord­nung ver­an­kert wer­den. Ansons­ten haben dort getrof­fe­ne Beschlüs­se nur wenig Bestand, wenn sich ein Eigen­tü­mer beschwert.

Exper­ten raten dazu, auch bei einer vir­tu­el­len Ver­samm­lung die wich­tigs­ten Kri­te­ri­en einer her­kömm­li­chen Eigen­tü­mer­ver­samm­lung zu erfül­len. Das heißt, sie muss für jedes Mit­glied der WEG frei zugäng­lich und nicht öffent­lich sein, sowie einen frei­en Mei­nungs­aus­tausch und eine ord­nungs­ge­mä­ße Beschluss­frei­heit ermöglichen.

Vir­tu­el­le und phy­si­sche Ver­samm­lung kombinieren

Ver­gleicht man die ver­schie­de­nen Mög­lich­kei­ten, eine vir­tu­el­le Ver­samm­lung durch­zu­füh­ren, erscheint eine Video­kon­fe­renz hier die bes­te zu sein. Sie gewähr­leis­tet, dass nach­voll­zieh­bar ist, wer teil­nimmt und ist nicht öffent­lich, son­dern nur per Ein­la­dung zugäng­lich. Es emp­fiehlt sich aller­dings, die Video­kon­fe­renz mit einer phy­si­schen Ver­samm­lung zu kom­bi­nie­ren. Nur so ist gewähr­leis­tet, dass auch Woh­nungs­ei­gen­tü­mer, die nicht über die ent­spre­chen­de Tech­nik ver­fü­gen, an der Kon­fe­renz teil­neh­men können.

Fin­det die her­kömm­li­che Eigen­tü­mer­ver­samm­lung in einem Raum mit Inter­net­ver­bin­dung und Bild­schirm statt, kön­nen alle Eigen­tü­mer selbst ent­schei­den, wel­che Art der Teil­nah­me sie prä­fe­rie­ren. Auch in ande­ren Berei­chen der WEG-Ver­wal­tung bie­ten sich digi­ta­le Lösun­gen an. So ist die Ter­min­fin­dung bei­spiels­wei­se wesent­lich ein­fa­cher, wenn alle Eigen­tü­mer online aus­wäh­len kön­nen, wel­che Ter­mi­ne ihnen pas­sen. So steht der nächs­ten Haupt­ver­samm­lung nichts mehr im Wege.

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Foto: rawpixel.com