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Was Sie jetzt über das neue Gebäu­de­en­er­gie­ge­setz wis­sen sollten

Am 1. Novem­ber 2020 ist das neue Gebäu­de­en­er­gie­ge­setz (GEG) in Kraft getre­ten. Es dient dazu, Rege­lun­gen zur Begren­zung des Ener­gie­be­darfs von Gebäu­den, die bis­her auf ver­schie­de­ne Geset­ze wie EnEV und EEWär­meG ver­teilt waren, an einer Stel­le zusam­men­zu­fas­sen. Im Gro­ßen und Gan­zen gel­ten die bis­he­ri­gen Vor­schrif­ten zur Ener­gie­ein­spa­rung jedoch wei­ter­hin, sodass sich die prak­ti­schen Aus­wir­kun­gen in Gren­zen hal­ten. Eini­ge Details, die für Immo­bi­li­en­ei­gen­tü­mer, Ver­käu­fer und Mak­ler den­noch inter­es­sant sind, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Der wich­tigs­te Punkt für Bau­her­ren zuerst: Die Neu­bau-Vor­ga­ben blei­ben vom GEG unan­ge­tas­tet. Das der­zeit ver­pflich­ten­de Min­dest­ni­veau der Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung (EnEV) wird zum Nied­rigst­ener­gie­ge­bäu­de erklärt und behält damit nach wie vor Gültigkeit.

Ölhei­zun­gen und ver­al­te­te Heizkessel

Für Bestands­im­mo­bi­li­en erge­ben sich aus dem neu­en Gesetz eben­falls kei­ne Ver­schär­fun­gen bei den ener­ge­ti­schen Vor­ga­ben für Sanie­rungs­maß­nah­men. Neu ist ledig­lich ein Betriebs­ver­bot für bestimm­te Heiz­kes­sel (§ 72 GEG) und eine Vor­schrift, die den Ein­bau von Ölhei­zun­gen in Bestands- und Neu­bau­ten ab 2026 ver­bie­tet, es sei denn, es han­delt sich um eine hybri­de Anla­ge, die einen Teil der Wär­me­ver­sor­gung über erneu­er­ba­re Ener­gien sicher­stellt. Bestehen­de Öl- und Gas­hei­zun­gen dür­fen aber nach wie vor wei­ter­be­trie­ben wer­den, sofern sie nicht vor dem 1. Janu­ar 1991 instal­liert wurden.

Der Ener­gie­aus­weis und die Infor­ma­ti­ons­pflich­ten bei Ver­kauf oder Vermietung

Wei­te­re Neu­jus­tie­run­gen bzw. Kon­kre­ti­sie­run­gen im neu­en Gebäu­de­en­er­gie­ge­setz betref­fen die Infor­ma­ti­ons­pflich­ten für Ver­käu­fer, Ver­mie­ter und Mak­ler gegen­über Käu­fern oder Mie­tern. Schon bis­her bestand die Ver­pflich­tung für Immo­bi­li­en­ver­käu­fer, Kauf­in­ter­es­sen­ten spä­tes­tens bei der Besich­ti­gung einen gül­ti­gen Ener­gie­aus­weis vor­zu­le­gen. Nun­mehr müs­sen gemäß § 87 GEG bereits in Immo­bi­li­en­in­se­ra­ten bestimm­te Anga­ben aus dem Ener­gie­aus­weis auf­ge­führt wer­den, und zwar auch dann, wenn die­se Inse­ra­te von einem Mak­ler erstellt wer­den. Wer­den die­se Anga­ben ver­säumt, droht ein Buß­geld. Außer­dem besteht nach § 80 Abs. 3 GEG nun die grund­sätz­li­che Ver­pflich­tung für Immo­bi­li­en­ei­gen­tü­mer, vor dem Ver­kauf oder der Ver­mie­tung einen gül­ti­gen Ener­gie­aus­weis zu beschaf­fen, falls noch kei­ner vorliegt.

Ver­pflich­ten­de Ener­gie­be­ra­tung für Käufer

Dar­über hin­aus legt das Gesetz auch noch eine neue Pflicht für Käu­fer von „Wohn­ge­bäu­den mit nicht mehr als zwei Woh­nun­gen“ fest. Laut § 80 Abs. 4 müs­sen Käu­fer vor dem Abschluss des Kauf­ver­tra­ges ein Bera­tungs­ge­spräch zum The­ma Ener­gie­aus­weis in Anspruch neh­men, wel­ches von Per­so­nen, die zur Aus­stel­lung von Ener­gie­aus­wei­sen berech­tigt sind, kos­ten­los ange­bo­ten wer­den kann. In der Pra­xis scheint das Gesetz kei­ne Sank­tio­nen bei Nicht­be­ach­tung die­ser Pflicht vor­zu­se­hen. Den­noch könn­te es für Ver­käu­fer und für Mak­ler sinn­voll sein, Kauf­in­ter­es­sen­ten auf die grund­sätz­li­che Ver­pflich­tung zu einer Bera­tung hin­zu­wei­sen. Auf die­se Wei­se kön­nen sie auch ihre Sach­kom­pe­tenz und Kennt­nis der aktu­el­len Geset­zes­la­ge unter Beweis stellen.

 

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Nicht fün­dig geworden: 

https://www.bmi.bund.de/DE/themen/bauen-wohnen/bauen/energieeffizientes-bauen-sanieren/energieausweise/gebaeudeenergiegesetz-node.html

https://www.bafa.de/DE/Energie/Heizen_mit_Erneuerbaren_Energien/Foerderprogramm_im_Ueberblick/foerderprogramm_im_ueberblick_node.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Geb%C3%A4udeenergiegesetz

 

Recht­li­cher Hin­weis: Die­ser Bei­trag stellt kei­ne Steu­er- oder Rechts­be­ra­tung im Ein­zel­fall dar. Bit­te las­sen Sie die Sach­ver­hal­te in Ihrem kon­kre­ten Ein­zel­fall von einem Rechts­an­walt und/oder Steu­er­be­ra­ter klären.

 

Foto: © masha_tace/Depositphotos.com