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Was Sie zum The­ma Grund­buch wis­sen müs­sen – Teil 2: Erbe

Jeder der eine Immo­bi­lie besitzt, muss im Grund­buch ein­ge­tra­gen sein. Aller­dings wis­sen die wenigs­ten Haus­ei­gen­tü­mer, war­um die Ein­trä­ge so wich­tig sind. Fehl­in­for­ma­tio­nen kön­nen näm­lich ver­hee­ren­de Fol­gen nach sich zie­hen. Daher ist es wich­tig die­se zu ver­ste­hen und rich­tig zu nut­zen um spä­ter kei­ne bösen Über­ra­schun­gen zu erle­ben. In unse­rer 3‑teiligen Serie zum Grund­buch­aus­zug, haben wir alles Wis­sens­wer­te für Sie zusammengefasst.

von Johan­na Böhnke

Der ers­te Teil die­ser Rei­he hat sich mit dem Fall der Schei­dung beschäf­tigt. Am Ende muss­te das getrenn­te Paar das Haus ver­kau­fen. Erwor­ben hat es eine allein­ste­hen­de Frau mit zwei fast erwach­se­nen Kin­dern. Sprin­gen wir nun ein paar Jah­re in die Zukunft: Die neue Eigen­tü­me­rin ist ver­stor­ben und ein Tes­ta­ment hat sie nicht auf­ge­setzt. Da sie unver­hei­ra­tet blieb erben ihre Kin­der zu glei­chen Tei­len. Das gilt auch für die Immo­bi­lie. Wäh­rend nun die Toch­ter ger­ne in das Haus ihrer Mut­ter ein­zie­hen möch­te, will ihr Bru­der sei­nen Anteil lie­ber verkaufen.

Die Erben­ge­mein­schaft

Nun möch­te man glau­ben, der Sohn kann sei­ner Schwes­ter sei­nen Anteil ganz ein­fach ver­kau­fen, doch so sim­pel ist das nicht. Denn die bei­den Erben bil­den zunächst eine Erben­ge­mein­schaft, die nur gemein­sam über das Haus ver­fü­gen kann. Um das zu ändern, müs­sen die bei­den einen Auf­lö­sungs­ver­trag bzw. Erbaus­ein­an­der­set­zungs­ver­trag auf­set­zen und die­sen nota­ri­ell beglau­bi­gen lassen.

Die Erbaus­ein­an­der­set­zung

In die­sem Ver­trag wird fest­ge­legt, mit wel­cher Sum­me die Erbin des Hau­ses ihren Bru­der aus­zah­len muss. Hier­für ist es wich­tig, den Wert der Immo­bi­lie zu ken­nen. Den las­sen die bei­den von einem Immo­bi­li­en­ex­per­ten ermit­teln. Dabei müs­sen auch alle Schul­den bzw. Hypo­the­ken ein­be­zo­gen wer­den, die noch abzu­zah­len sind. Denn auch das ist im Grund­buch hin­ter­legt und wird an den neu­en Besit­zer wei­ter­ver­erbt. Das Haus ist in unse­rem Bei­spiel der ein­zi­ge wert­vol­le Teil des Erbes, da die Mut­ter über kei­ne gro­ßen Sum­men an Geld oder ande­re wert­vol­le Besitz­tü­mer ver­füg­te. Wäre das der Fall gewe­sen, hät­ten ihre bei­den Erben sich auch dazu ent­schlie­ßen kön­nen, die ver­schie­de­nen Besitz­tü­mer im Erbaus­ein­an­der­set­zungs­ver­trag unter­ein­an­der aufzuteilen.

Die Ände­rung des Grundbucheintrags

Die Toch­ter kann den ange­mes­se­nen Betrag auf­brin­gen. Doch bevor sie zur allei­ni­gen Eigen­tü­me­rin des Hau­ses wird, muss sie den Grund­buch­ein­trag ändern las­sen. Dort ist nach wie vor die ver­stor­be­ne Mut­ter als Eigen­tü­me­rin ein­ge­tra­gen. Um den Grund­buch­ein­trag kos­ten­frei zu ändern, haben Erben in Deutsch­land zwei Jah­re lang Zeit. Eine spä­te­re Ände­rung ist mög­lich, aber kos­ten­pflich­tig. Damit die­se Ände­rung vor­ge­nom­men wer­den kann, muss der Erb­an­spruch nach­ge­wie­sen wer­den. Dafür las­sen sich die Erben einen Erb­schein aus­stel­len. In Fäl­len wo ein Tes­ta­ment vor­liegt, gilt auch die­ses als Legi­ti­ma­ti­on – vor­aus­ge­setzt der Besitz­an­spruch geht dar­aus klar her­vor. In unse­rem Sze­na­rio wird die neue Besit­ze­rin außer­dem den Auf­lö­sungs­ver­trag vor­le­gen, um sich allei­ne in das Grund­buch ein­tra­gen zu lassen.

Sie haben ein Haus geerbt und wol­len es ger­ne ver­kau­fen? Kon­tak­tie­ren Sie uns jetzt, wir ste­hen Ihnen ger­ne zur Seite. 

Foto: © sasun1990