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Was Sie zum The­ma Grund­buch wis­sen müs­sen – Teil 3: Wohnrecht

Wer eine Immo­bi­lie besitzt, muss im Grund­buch ein­ge­tra­gen sein. Aller­dings wis­sen die wenigs­ten Haus­ei­gen­tü­mer, war­um die Ein­trä­ge so wich­tig sind. Fehl­in­for­ma­tio­nen kön­nen näm­lich ver­hee­ren­de Fol­gen nach sich zie­hen. Daher ist es wich­tig die­se zu ver­ste­hen und rich­tig zu nut­zen um spä­ter kei­ne bösen Über­ra­schun­gen zu erle­ben. In unse­rer 3‑teiligen Serie zum Grund­buch­aus­zug, haben wir alles Wis­sens­wer­te für Sie zusammengefasst.

In den ers­ten bei­den Tei­len die­ser Rei­he haben wir uns bereits mit den The­men Schei­dung und Erbe beschäf­tigt. Für den letz­ten Teil über­sprin­gen wir wie­der ein paar Jah­re. Die Frau, die das fik­ti­ve Haus im letz­ten Teil geerbt hat, möch­te es nun ver­kau­fen. Aller­dings möch­te sie wei­ter­hin im Haus woh­nen kön­nen. Auch hier kann ihr ein Grund­buch­ein­trag helfen.

Nieß­brauch­recht oder lebens­lan­ges Wohnrecht

Als die Eigen­tü­me­rin den Ver­kauf Ihres Hau­ses plant, denkt sie zunächst dar­an, sich ein lebens­lan­ges Wohn­recht ein­räu­men zu las­sen. Ein Immo­bi­li­en­ex­per­te erklärt ihr die Mög­lich­keit anstatt eines lebens­lan­gen Wohn­rechts ein Nieß­brauch­recht zu ver­ein­ba­ren. Das Nieß­brauch­recht schließt nicht nur ein Wohn­recht ein, son­dern auch das Recht, wei­ter­hin Nut­zen aus der Immo­bi­lie zu zie­hen. Soll­te die Frau ein­mal pfle­ge­be­dürf­tig wer­den, hat sie so die Mög­lich­keit das Haus zu ver­mie­ten und sich damit das Pfle­ge­heim zu finan­zie­ren. Aller­dings wäre sie in die­sem Fall auch selbst dafür ver­ant­wort­lich, die Immo­bi­lie wei­ter­hin instand zu halten.

Ein­trag in Abtei­lung II des Grundbuchs

Da sie sich nicht um die Instand­hal­tung des Hau­ses küm­mern will, ent­schließt sich die Eigen­tü­me­rin in Abspra­che mit den Kauf­in­ter­es­sen­ten für ein lebens­lan­ges Wohn­recht. Wich­tig ist, dass die­ses, eben­so wie das Nieß­brauch­recht, nicht nur im Kauf­ver­trag fest­ge­hal­ten, son­dern auch im Grund­buch ein­ge­tra­gen wird. Hier­zu dient die Abtei­lung II des Grund­buch­ein­trags, in der Las­ten und Beschrän­kun­gen des Grund­stücks ein­ge­tra­gen wer­den. Das Wohn­recht wird hier als Grund­dienst­bar­keit auf­ge­führt. Der Grund­buch­ein­trag ist wich­tig, um das Wohn­recht auch bei einem wei­te­ren Ver­kauf sicher­zu­stel­len. Denn wird es nur im Kauf­ver­trag fest­ge­hal­ten, besteht die ver­trag­li­che Bin­dung auch nur zwi­schen dem Wohn­recht­nut­zer und dem aktu­el­len Eigentümer.

Das Rück­for­de­rungs­recht

Der Immo­bi­li­en­ex­per­te emp­fiehlt der Ver­käu­fe­rin außer­dem, sich neben dem Wohn­recht auch ein Rück­for­de­rungs­recht ein­tra­gen zu las­sen. Denn da die neu­en Eigen­tü­mer das Haus über einen Kre­dit finan­zie­ren, steht das Pfand­recht der Bank noch über Ihrem Wohn­recht. Soll­ten die neu­en Eigen­tü­mer insol­vent wer­den und es zu einer Zwangs­ver­stei­ge­rung kom­men, wäre ihr Wohn­recht damit auf­ge­ho­ben. Durch das Rück­for­de­rungs­recht kann die Immo­bi­lie in einem sol­chen Fall wie­der zurück auf die ehe­ma­li­ge Eigen­tü­me­rin über­schrie­ben werden.

Sie wol­len Ihre Immo­bi­lie ver­kau­fen, aber wei­ter dar­in woh­nen blei­ben und den­ken dar­über nach, sich ein lebens­lan­ges Wohn­recht ein­tra­gen zu las­sen? Wir bera­ten Sie zu Ihren Möglichkeiten. 

Foto: Fran­ces­co Scatena