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Woh­nen im Alter: Wie fin­de ich die pas­sen­de Pflegestufe?

Das Alter erwischt jeden. Nicht immer haben wir dann das Glück gesund zu sein. Oft­mals ist eine Pfle­ge­stu­fe not­wen­dig, um ein lie­bes Mit­glied der Fami­lie ver­sor­gen zu kön­nen. Aber wie bekom­me ich die­se Pfle­ge­stu­fe eigentlich? 

Am bes­ten stel­len Sie sich zunächst die Fra­ge, wie­viel Pfle­ge über­haupt benö­tigt wird, bei wel­chen Tätig­kei­ten der Pfle­ge­be­dürf­ti­ge Hil­fe braucht. Reicht eine stun­den­wei­se Betreu­ung oder benö­tigt Ihr Ange­hö­ri­ger Assis­tenz rund um die Uhr? Im Inter­net gibt es Rech­ner, zum Bei­spiel von eini­gen Pfle­ge­kas­sen, die den Pfle­ge­be­darf ein­schät­zen. Wird Ihnen immer kla­rer, dass nur eine sta­tio­nä­re Betreu­ung in Fra­ge kommt, bean­tra­gen Sie die Fest­le­gung eines soge­nann­ten Pfle­ge­gra­des bei der Pfle­ge­kas­se, um finan­zi­el­le Unter­stüt­zung zu bekom­men. Beson­ders rei­bungs­los klappt das, wenn Sie mit dem Pfle­ge­be­dürf­ti­gen eine Ver­sor­gungs­voll­macht und eine Pati­en­ten­ver­fü­gung ver­ein­ba­ren, damit Sie nicht nur Ansprech­part­ner für die Pfle­ge­kas­sen sein kön­nen, son­dern in Zukunft auch Maß­nah­men der Ärz­te im Not­fall und ande­re medi­zi­ni­schen Behand­lun­gen regeln können.

Begut­ach­tung gut vorbereiten

Nach­dem Sie den Antrag gestellt haben, prüft ein Gut­ach­ter des Medi­zi­ni­schen Diens­tes der Kran­ken­kas­sen (MDK), bei pri­vat Ver­si­cher­ten ein Mit­ar­bei­ter von Medi­cpro­of, den Pfle­ge­be­darf vor Ort. Dabei ist eine gute Vor­be­rei­tung ent­schei­dend. Suchen Sie vor dem Ter­min alle Unter­la­gen zusam­men, die einen Ein­druck vom Gesund­heits­zu­stand und den Ein­schrän­kun­gen des Pfle­ge­be­dürf­ti­gen ver­mit­teln. Dazu gehö­ren bei­spiels­wei­se Arzt­brie­fe, aber auch eine Über­sicht über alle Medi­ka­men­te, die der­je­ni­ge nimmt. Auch ein Schwer­be­hin­der­ten­aus­weis oder Doku­men­te vom Pfle­ge­dienst kön­nen hilf­reich sein. Notie­ren Sie, in wel­chen Situa­tio­nen Sie Ein­schrän­kun­gen spü­ren, wobei der Pfle­ge­be­dürf­ti­ge Hil­fe braucht und wel­che Pro­ble­me es im All­tag und bei der Pfle­ge gibt. Pfle­ge­be­ra­ter der Kran­ken­kas­se oder von kom­mu­nal finan­zier­ten Pfle­ge­stütz­punk­ten kön­nen mit Ihnen vor­ab alle Punk­te durch­ge­hen, die bei der Begut­ach­tung wich­tig sind und den Ter­min gemein­sam mit Ihnen vor­be­rei­ten. Spre­chen Sie mit Ihrem Ange­hö­ri­gen vor­ab über den Ter­min. Er soll­te mög­lichst rea­lis­tisch sei­nen Zustand beschrei­ben, sich nicht bes­ser dar­stel­len, aber auch nichts dramatisieren.

Der Gut­ach­ter ori­en­tiert sich an acht Modu­len mit ins­ge­samt 64 Prüf­punk­ten. Er befragt Ihren pfle­ge­be­dürf­ti­gen Ver­wand­ten und prüft moto­ri­sche und kom­mu­ni­ka­ti­ve Fähig­kei­ten. Wäh­rend Bedürf­ti­ge mit Pfle­ge­grad 1 nur gering­fü­gig hilfs­be­dürf­tig sind, weil sie zum Bei­spiel nur Hil­fe beim Ein­kau­fen oder Put­zen brau­chen, sind die Ein­schrän­kun­gen bei den Pfle­ge­gra­den 2 bis 5 erheb­lich höher. Hier hat der Pfle­ge­be­dürf­ti­ge Anspruch auf Pfle­ge in sta­tio­nä­ren Einrichtungen.

Bei Ableh­nung Wider­spruch einlegen

Inner­halb von 25 Arbeits­ta­gen muss die Pfle­ge­kas­se über den Antrag ent­schei­den. Hat sie einen Pfle­ge­grad aner­kannt, erhal­ten Sie rück­wir­kend vom Datum der Antrags­stel­lung an finan­zi­el­le Unter­stüt­zung. Wird die Bedürf­tig­keit nicht aner­kannt oder ein zu nied­ri­ger Pfle­ge­grad fest­ge­legt, kön­nen Sie inner­halb eines Monats Wider­spruch einlegen.

Sie über­le­gen, in eine alters­ge­rech­te Woh­nung zu zie­hen und wis­sen nicht, was Sie mit Ihrem Eigen­heim machen sol­len? Wir bera­ten Sie ger­ne zu Ihren Möglichkeiten. 

 

Nicht fün­dig geworden: 

https://de.wikipedia.org/wiki/Pflegebed%C3%BCrftigkeit

https://de.wikipedia.org/wiki/Pflegeversicherung_(Deutschland)

https://de.wikipedia.org/wiki/Pflegesachleistung

 

 

Recht­li­cher Hin­weis: Die­ser Bei­trag stellt kei­ne Steu­er- oder Rechts­be­ra­tung im Ein­zel­fall dar. Bit­te las­sen Sie die Sach­ver­hal­te in Ihrem kon­kre­ten Ein­zel­fall von einem Rechts­an­walt und/oder Steu­er­be­ra­ter klären.

 

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