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Wozu benö­tigt man einen Erbschein?

Sie haben eine Immo­bi­lie geerbt und möch­ten die­se jetzt ver­kau­fen. Ein nota­ri­ell beglau­big­tes Tes­ta­ment liegt nicht vor und damit auch kein Nach­weis über Ihr Erbe. In einem sol­chen Fall benö­ti­gen Sie einen Erbschein.

Liegt kein Tes­ta­ment vor, müs­sen Erben ihr Erbrecht oft anders aus­wei­sen. Unter ande­rem über einen Erb­schein. Der Erb­schein wird von einem Nach­lass­ge­richt aus­ge­stellt und beinhal­tet genau wer der Erbe und wie groß der Erb­teil ist. Aller­dings stellt das Nach­lass­ge­richt ihn nur aus, wenn die­ser bean­tragt wird. Dabei soll­te der Antrag­stel­ler unbe­dingt wis­sen, dass er mit dem Stel­len des Antrags auch das Erbe annimmt. Er kann es spä­ter nicht mehr ausschlagen.

Erb­schein zwin­gend not­wen­dig, um Erbe anzutreten

Haben Sie nun also eine Immo­bi­lie geerbt, es liegt aber kein nota­ri­ell beglau­big­tes Tes­ta­ment oder ent­spre­chen­der Erb­ver­trag vor, ist der Erb­schein zwin­gend nötig, um das Erbe anzu­tre­ten. Soll­ten Sie als Allein­er­be auf­tre­ten, bekom­men Sie einen Alleinerb­schein. Bei meh­re­ren Erben wird meist ein gemein­schaft­li­cher Erb­schein aus­ge­stellt. Es besteht aber auch die Mög­lich­keit einen Tei­lerb­schein zu bean­tra­gen, der sich nur auf den jeweils indi­vi­du­el­len Erb­teil bezieht.

Zum Ver­kauf einer Immo­bi­lie ist ein Aus­zug aus dem Grund­buch zwin­gend erfor­der­lich. Die Grund­buch­ord­nung schreibt die Vor­la­ge eines Erb­scheins vor. Erst dadurch wer­den Sie näm­lich zum juris­ti­schen „Eigen­tü­mer“.  Ledig­lich im Fal­le eines nota­ri­ell beglau­big­ten Tes­ta­ments oder Erb­ver­trags kann auf den Erb­schein ver­zich­tet wer­den. Manch­mal ver­langt das Grund­buch­amt aber trotz­dem das Doku­ment – zum Bei­spiel, wenn For­mu­lie­run­gen in Tes­ta­ment oder Erb­ver­trag unklar oder nicht ein­deu­tig sind.

Soll­te ein Erb­las­ser kein Tes­ta­ment auf­ge­setzt und auch kei­nen Erb­ver­trag geschlos­sen haben, so greift die gesetz­li­che Erb­fol­ge. Dabei erben die Ver­wand­ten gemäß ihrem Ver­wandt­schafts­grad. An der ers­ten Stel­le ste­hen dabei Kin­der und Enkel, gefolgt von Eltern und Geschwis­tern. Den drit­ten Ver­wandt­schafts­grad neh­men Groß­el­tern, Onkel und Tan­ten ein.

Die gesetz­li­che Erbfolge 

Solan­ge ein Erbe aus dem ers­ten Ver­wandt­schafts­grad zu fin­den ist, kommt ein Ver­wand­ter zwei­ten Gra­des als Erbe nicht in Fra­ge und so wei­ter. Nach gesetz­li­chem Erbrecht des Ehe­gat­ten oder Lebens­part­ners erbt der über­le­ben­de Part­ner neben den Kin­dern immer ein Vier­tel des Nach­las­ses. Sind außer ihm nur Ver­wand­te der zwei­ten Ord­nung auf­zu­fin­den, erbt der über­le­ben­de Ehe­part­ner die Hälf­te. Meis­tens ist eine Ehe eine Zuge­winn­ge­mein­schaft. Dann erhöht sich der Erb­teil des Part­ners um ein Vier­tel, sodass er die Hälf­te erbt, die nicht den Kin­dern zufällt.

Den Erb­schein kann man beim Nach­lass­ge­richt bean­tra­gen. Übli­cher­wei­se ist das Amts­ge­richt am letz­ten Wohn­ort des Ver­stor­be­nen der rich­ti­ge Ansprech­part­ner. Der Antrag kann ent­we­der direkt beim Nach­lass­ge­richt gestellt oder von einem Notar auf­ge­nom­men wer­den, der den Antrag dann an das Nach­lass­ge­richt wei­ter­lei­tet. Die Gebüh­ren rich­ten sich nach dem Wert der Immobilie.

Sind Sie sich unsi­cher, was mit Ihrer Erb­im­mo­bi­lie gesche­hen soll? Kon­tak­tie­ren Sie uns! Wir bera­ten Sie gern.

 

Nicht fün­dig geworden: 

https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetzliche_Erbfolge

https://de.wikipedia.org/wiki/Erbschein

https://de.wikipedia.org/wiki/Erbrecht

 

Recht­li­cher Hin­weis: Die­ser Bei­trag stellt kei­ne Steu­er- oder Rechts­be­ra­tung im Ein­zel­fall dar. Bit­te las­sen Sie die Sach­ver­hal­te in Ihrem kon­kre­ten Ein­zel­fall von einem Rechts­an­walt und/oder Steu­er­be­ra­ter klären.

 

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